Förderband Wartung und Bandlaufkorrektur

In einer Brech- und Siebanlage erzeugt nicht der Brecher die meisten Störmeldungen, sondern die Bänder. Förderband Wartung und Bandlaufkorrektur ist zugleich die Arbeit, die am häufigsten in der falschen Reihenfolge erledigt wird: Läuft der Gurt schief, wird zuerst die nächstgelegene Tragrolle gelöst, obwohl die Ursache meist einige Meter davor liegt.
Förderband Wartung und Bandlaufkorrektur beginnen am Tragwerk
Ein Gurt nimmt die Form der Konstruktion an, auf der er läuft. Steht das Gerüst quer nicht in der Waage, sind die Felddiagonalen ungleich oder sitzen die Trommeln nicht rechtwinklig zur Gurtachse, hält keine Rolleneinstellung dauerhaft. Die Diagnose folgt deshalb immer derselben Reihenfolge: Gerüst, Trommeln, Tragrollen und erst zuletzt der Gurt selbst. Wird die Reihenfolge verlassen, ist die Tätigkeit keine Einstellung mehr, sondern eine Verfolgungsjagd.
Die Regel des ersten Kontakts
Die Bandlaufkorrektur beruht auf einem Grundsatz: Der Gurt wandert zu jener Seite der Rolle oder Trommel, die er zuerst berührt. Steht eine Rolle schräg, liegt ein Ende etwas voraus; der Gurt erreicht dieses Ende zuerst, die Reibung steigt dort, und der Gurt zieht dorthin. Die Korrektur folgt derselben Logik: Das vorauseilende Ende auf der Auslaufseite wird zurückgenommen oder das gegenüberliegende Ende vorgezogen.
Drei praktische Regeln gelten. Änderungen klein halten. Nach jeder Änderung mindestens drei volle Umläufe abwarten, bevor die Wirkung beurteilt wird. Wurde zu weit korrigiert, dieselbe Rolle zurücknehmen statt weitere zu verstellen, sonst jagen sich die Einstellungen über die ganze Strecke und der Lauf beruhigt sich nie.
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Nachweis | Abhilfe |
|---|---|---|---|
| Gurt läuft bei jedem Umlauf an derselben Stelle in dieselbe Richtung | Der Gurt selbst: unsaubere Verbindung oder verzogene Karkasse | Verbindung markieren und prüfen, ob der Schieflauf mitwandert | Verbindung neu ausführen |
| Gurt läuft in einem Streckenabschnitt dauerhaft schief | Tragrollenstation oder Gerüst in diesem Abschnitt nicht rechtwinklig | Diagonalen der Gerüstfelder messen | Erst das Gerüst richten, dann die Rollenschrägstellung |
| Leer läuft der Gurt mittig, unter Last nicht | Das Material fällt nicht auf die Gurtmitte | Lage der Materialspur zur Gurtmitte beobachten | Aufgabeschurre neu ausrichten |
| Schieflauf im Rücklauf | Anbackung auf einer Rücklaufrolle oder der Umlenktrommel | Trommeloberfläche im Stillstand von Hand prüfen | Anbackung entfernen, Abstreifer nachstellen |
| Gurt rutscht auf der Antriebstrommel | Zu geringe Spannung oder verschlissener Belag | Schlupfspuren zwischen Gurt und Trommel suchen | Spannung erhöhen bis kein Schlupf mehr auftritt, Belag erneuern |
Die Spannstation ist kein Korrekturmittel
Die Spannstation soll ausreichend Spannung gegen Schlupf an der Antriebstrommel halten, nicht den Gurt lenken. Ein überspannter Gurt verliert die Fähigkeit, sich an Trommelballigkeit und Korrekturrollen anzupassen; die Korrektur wird schwieriger, während Lager- und Verbindungslebensdauer sinken. Spannung und Lauf zu verwechseln vergrößert beide Probleme gleichzeitig.
Anbackung wirkt wie eine unbeabsichtigte Ballung
Auf Trommel- oder Rollenoberfläche verdichtetes Material vergrößert dort den Durchmesser und lässt den Gurt dorthin klettern; die Wirkung entspricht einer Ballung, die niemand vorgesehen hat. Deshalb gilt die erste Handkontrolle bei jeder Laufuntersuchung den Rücklaufrollen und der Umlenktrommel. Daraus erklärt sich auch, warum Abstreiferpflege ein Thema des Bandlaufs ist: ein schlecht arbeitender Kopfabstreifer erzeugt binnen weniger Tage einen Fehler im Rücklauf. Auf einem Gurtförderer gehören Abstreifer, Sammelstellen des Rücktrags und die Reinigungszugänge in eine gemeinsame Planung.
Die Verbindung: ist sie nicht rechtwinklig, hält nichts
Ein nicht rechtwinklig geschnittener oder verbundener Gurt wandert auch bei einwandfreien Rollen. Der Nachweis ist einfach: Verbindung markieren und beobachten, ob der Schieflauf mitläuft. Bleibt er an einer Stelle der Strecke, liegt es am Tragwerk; wandert er mit dem Gurt, liegt es am Gurt.
Leer und beladen sind zwei Prüfungen
Die Korrektur beginnt immer am leeren Gurt. Ist der Lauf stabil, wird unter voller Last erneut beobachtet. Ein Schieflauf, der nur unter Last auftritt, weist meist auf die Aufgabestelle hin: Fällt das Material nicht mittig und nicht annähernd mit Bandgeschwindigkeit auf, wandert der Gurt in Richtung des Aufpralls.
Eine nicht dokumentierte Einstellung gilt als nicht erfolgt
In vielen Anlagen wird die Laufkorrektur mündlich übergeben: Eine Schicht verstellt eine Rolle, die nächste stellt sie zurück. Abhilfe schafft ein einziges Blatt, auf dem Ort, Richtung, Maß und Ergebnis jeder Verstellung stehen. Taucht dieselbe Stelle darauf immer wieder auf, ist dort nicht eine Rolle einzustellen, sondern ein Gerüstfeld zu richten.
Häufige Fragen
Wird die Korrektur bei laufendem Gurt vorgenommen?
Beobachtet wird im Lauf, eingestellt wird bei stillgesetzter und freigeschalteter Anlage. Schrauben am laufenden Gurt zu lösen ist keine zulässige Methode.
Löst eine Korrekturrolle den Schieflauf dauerhaft?
Die Korrekturrolle ist ein Hilfsmittel. Sie verdeckt einen konstruktiven Fehler, beseitigt ihn aber nicht; ein Gerüst mit ungleichen Diagonalen wurde noch nie durch zusätzliche Rollen repariert.
Wann werden Tragrollen getauscht?
Jede Rolle, die sich nicht mehr dreht, ihr Laufgeräusch verändert oder eine abgeflachte Verschleißfläche zeigt, wird getauscht; eine blockierte Rolle schneidet in kurzer Zeit in die untere Deckplatte.
Bandanlagen wirken wie die günstigste Ausrüstung der Anlage, verursachen aber einen großen Teil der Stillstände; weitere Beiträge unter Wartung und Verschleiß behandeln Verschleißteilstandzeiten und geplante Stillstände.
Definitionen technischer Begriffe: Glossar




