Mobile Brech- und Siebanlagen im Schwerlastbetrieb für Marmor- und Natursteinbrüche

In einem Marmorbruch, der Rohblöcke gewinnt, ist der verkaufsfähige Block nur ein Teil des gelösten Gesteins. Der Rest sammelt sich als Eckstücke, entlang von Klüften abgelöste Massen, Schnittreste und Abraum auf der Bruchsohle; diese Halden belegen Arbeitsfläche und verengen die Fahrwege. Derselbe Abfall ist ein Rohstoff, den eine richtig ausgelegte mobile Brech- und Siebanlage zu Splitt und Brechsand verarbeitet. Für Kalksteinbrüche gilt Ähnliches: Mit dem Vorrücken der Abbauwand verkürzt ein Brecher in Wandnähe die Transportwege. Dieser Beitrag erklärt aus Praxissicht, welches Maß bei der Auswahl einer mobilen Anlage für Marmorabfall und Kalkstein was entscheidet, welchen konkreten Merkmalen der Begriff „Schwerlast" entspricht und welches der radmobilen Modelle von General Makina zu welcher Bruchsituation passt.
Warum eignen sich Marmorabfall und Kalkstein für den Prallbrecher?
Über den Brechertyp entscheidet die Abrasivität des Gesteins. Die Trennlinie auf den Brecherseiten von General Makina lautet: Material mit mehr als 10 % Quarzanteil (Silika) oder einem Bond-Abrasionsindex (Ai) über 0,15 gilt als abrasiv und verschleißt die Schlagleisten eines Prallbrechers schnell. Für Kalkstein nennen dieselben Seiten einen Ai von etwa 0,001–0,03, also weit unter dieser Schwelle. Marmor ist ein kalzitisches Gestein und verhält sich in den meisten Brüchen wie Kalkstein; manche Marmorbrüche enthalten jedoch kieselige Adern, quarzreiche Zwischenlagen oder beigemischtes Nebengestein. Die Entscheidung sollte daher auf der Silikaanalyse einer Probe aus der ungünstigsten Zone des Bruchs beruhen.
Bei geringer Abrasivität bringt der Prallbrecher zwei konkrete Vorteile. Erstens ein hohes Zerkleinerungsverhältnis in einer Stufe: Prallbrecher der GPS-Reihe vereinen Primär- und Sekundärbrechen in einem Gehäuse und verkürzen so die Linie. Zweitens eine kubische Kornform; plattige Körner sind in Beton- und Asphaltgestein unerwünscht. Den Verschleißunterschied zwischen Backen- und Prallbrecher in Hartgestein haben wir im Vergleich für Hartgestein und Bergbau ausführlich behandelt; bei Marmor und Kalkstein lautet die Frage anders: Der Prallbrecher passt zum Gestein, die Aufgabe ist, den Bruchblock in die Öffnung zu bekommen.

Das entscheidende Maß bei Blockabfall: die Aufgabeöffnung
Was Marmorbruchabfall von Kiesgruben-Rohmaterial unterscheidet, sind Stückgröße und Form. Schnittreste sind oft kantig, lang oder plattenförmig. Eine Platte, die in den Bunker gelangt, kann sich wegen ihrer Länge im Brechermaul verkeilen, auch wenn sie dünn ist. Vor der Leistung steht daher die Frage: Auf welche Größe kann die Vorzerkleinerung des Bruchs (etwa ein Bagger mit Hydraulikhammer) den Abfall bringen, und in welche Modellöffnung passt diese Größe sicher?
In der General-Reihe nennen die Produktseiten folgende maximale Aufgabegrößen: 600 mm für den General 800, 700 mm für den General 01, 800 mm für den General 950, 900 mm für General 03 und GNR-MC110 sowie 1000 mm für den General 02. Die 1000-mm-Öffnung des General 02 ist die größte der Familie, große Blockstücke brauchen also weniger Vorzerkleinerung. Jede Baggerstunde für das Vorbrechen ist direkter Aufwand; je größer die Öffnung, desto kleiner dieser Posten. Umgekehrt gilt: Kommt der Bruchabfall bereits kleinstückig an, lohnt keine Mehrinvestition in die größte Öffnung.
Die Aufgabeöffnung allein genügt nicht; Bunker und Schwingaufgeber müssen die Blöcke auch gleichmäßig fördern. Beim General 01 trennt ein Schwingaufgeber mit Bypass-Rost das Feinmaterial bereits am Anfang ab. In Marmorbrüchen senkt das Abtrennen von Erde und Sägeschlamm vor dem Brecher die Rotorlast und hält die Feinfraktion sauber.
Was „Schwerlast" bedeutet: drei messbare Merkmale
Schwerlast sollte kein Werbeadjektiv bleiben, sondern an Werte gebunden sein, die sich im Angebot prüfen lassen. In einem Marmor- oder Kalksteinbruch zählen drei Merkmale:
- Große Aufgabeöffnung: große Blockstücke mit weniger Vorzerkleinerung annehmen. 1000 mm beim General 02, 900 mm bei General 03 und GNR-MC110.
- Starkes Chassis und Lastverteilung: Die Produktseite nennt für den General 02 ein Gewicht von 76.000 kg auf einem 2-achsigen Chassis. Der General 03 hat ein 4-achsiges Chassis nach internationalem Transportstandard. Der GNR-MC110 verteilt das Gewicht auf zwei Plattformen: Primärchassis 3000 × 13500 mm mit 55.000 kg, Sekundärchassis 4200 × 18300 mm mit 55.000 kg.
- Leistungsstarker Generator: die Energieeinheit, die Brecher, Sieb und Bänder gleichzeitig antreibt. 660 kVA beim General 02, 750 kVA bei General 03 und GNR-MC110, 600 kVA beim General 950.
Auch die Siebfläche gehört dazu: Kann das Sieb nicht trennen, was der Brecher erzeugt, bleibt die Leistung auf dem Papier. Der General 02 trägt ein 4-Deck-Sieb mit 2000×5000 mm, der General 03 mit 2400×5000 mm, der GNR-MC110 mit 2000×6000 mm.
| Modell | Brecheranordnung | Leistung | Max. Aufgabe | Sieb | Generator | Chassis / Gewicht |
|---|---|---|---|---|---|---|
| General 800 | PDK 1280 Primär-Prallbrecher | 80-150 t/h | 600 mm | 1300×4000 mm, 3 Decks | 450 kVA | Einzelchassis, 35.000 kg |
| General 02 | GPS 1413 Primär-Prallbrecher | 250-300 t/h | 1000 mm | 2000×5000 mm, 4 Decks | 660 kVA | 2 Achsen, 76.000 kg |
| General 03 | GPS 1415 Primär-Prallbrecher | 250-375 t/h | 900 mm | 2400×5000 mm, 4 Decks | 750 kVA | 4 Achsen, — |
| General 950 | GPJ 90 Backenbrecher + DMK01 Prallbrecher | 120-180 t/h | 800 mm | 1600×5000 mm, 3 Decks horizontal | 600 kVA | Einzelchassis, 70.000 kg |
| GNR-MC110 | GPJ 110 Backenbrecher + GS1215 / DMK03 Prallbrecher | 200-300 t/h | 900 mm | 2000×6000 mm, 4 Decks | 750 kVA | Doppelchassis, 55.000 kg + 55.000 kg |
Welche Konfiguration für welche Bruchsituation?
Reiner Kalkstein und homogener Marmorabfall
Bleibt die Silikaanalyse unter der Schwelle, ergeben Einzelchassis-Modelle mit Primär-Prallbrecher die kürzeste Linie. Der General 03 mit GPS 1415 Primär-Prallbrecher und 250-375 t/h ist das leistungsstärkste Mitglied der Familie; in einem Kalksteinbruch mit hoher Tonnage liefert er wandnah eine Leistung nahe einer stationären Anlage in versetzbarer Form. In einem Marmorbruch mit größeren Blöcken spielt der General 02 seine 1000-mm-Öffnung aus. Ist der Tonnagebedarf geringer und kommt der Abfall bereits kleinstückig, ist der General 800 (80-150 t/h, 600 mm) laut Produktseite das Modell für Kalkstein und wenig abrasives Gestein.
Kieselige Adern, Hornsteinbänder oder gemischtes Nebengestein
Überschreitet die Probe die Silikaschwelle, hält ein Backenbrecher in der Primärstufe den Schlagleistenverbrauch im Griff. Der General 950 vereint einen GPJ 90 Backenbrecher als Primär- mit einem DMK01 Prallbrecher als Sekundärstufe auf einem Chassis. Der GNR-MC110 leistet mit GPJ 110 Backenbrecher 200-300 t/h, und seine Primärgruppe kann auch allein laufen; ein Bruch lässt sich nur mit der Primärstufe eröffnen, die Sekundärgruppe kommt später hinzu.
Umsetzen im Bruch: Die Anlage folgt der Abbauwand
Im Marmorbruch sammelt sich der Abfall nicht an einem Punkt, sondern verstreut unter den Sägestrossen. Im Kalksteinbruch weicht die Wand jedes Jahr zurück. Bei einer stationären Anlage kehrt diese Strecke als Lkw-Fahrten zurück; bei einer mobilen Anlage rückt der Brecher an die Halde heran. Drei Details machen den Unterschied:

- Fundamentbedarf beim Aufbau: Beim General 03 ermöglichen klappbare hydraulische Bänder und Stützbeine den Aufbau ohne Aushub und Betonfundament. Auch beim General 800 sind klappbare hydraulische Bänder und Stützbeine auf einem Chassis zusammengefasst.
- Anzahl der Transporteinheiten: Laut Produktseite wird der General 950 mit einem einzigen Lkw transportiert und ist in 30 Minuten betriebsbereit. Beim GNR-MC110 werden die beiden Gruppen getrennt bewegt, auf engen Bruchwegen also zwei Ladungen statt eines schweren Stücks.
- Untergrund und Steigung: Radchassis fahren hinter einer Zugmaschine über Rampen im Bruch; Rampensteigung und Wenderadius sollten bei der Begehung gemessen werden. Die Kriterien Raupe oder Räder haben wir im Beitrag Raupe oder Räder dargestellt.
Welche Produkte entstehen aus dem Abfall?
Auf den Produktseiten von General 02, General 03, General 800 und GNR-MC110 sind die Fraktionen mit 0-5 / 5-12 / 12-19 / 19-40 mm angegeben; der General 950 trennt mit seinem 3-Deck-Sieb 0-5 / 5-12 / 12-19 mm. Die Austragseinstellung liegt bei all diesen Modellen bei 0-100 mm. Im geschlossenen Kreislauf läuft das Überkorn vom Sieb über das Rücklaufband zum Brecher zurück, sodass der gesamte Abfall auf eine verkaufsfähige Fraktion gebracht wird. Brechsand 0-5 mm sowie Splitt 5-12 und 12-19 mm aus Marmor- und Kalksteinabfall sind die Klassen, die Beton- und Asphaltwerke nachfragen. Sieböffnungen und Endsieblinie werden für jeden Auftrag nach dem zu verarbeitenden Gestein festgelegt; teilen Sie dem Hersteller deshalb schon bei der Begehung mit, welche Fraktion der Bruch am meisten verkauft.
Ist feinerer, kubischerer Sand das Ziel, lässt sich eine Tertiärstufe ergänzen: Der Tertiärbrecher der GNR-Reihe erzeugt aus 150 mm Aufgabe Brechsand 0-5 mm und wird für Kalkstein und gering bis mittel abrasives Material empfohlen. Beim Brechen von Kalkstein und Marmor entsteht viel Feinanteil; Staubschutz und eine mögliche Wäsche sind nach der Spezifikation zu planen, unter der das Produkt verkauft wird.
Checkliste vor der Angebotsanfrage
- Wurde der Silikaanteil, möglichst auch der Ai-Wert, an einer Probe aus der ungünstigsten Bruchzone gemessen?
- Sind die größte Stückgröße und die längste Plattenlänge nach der Vorzerkleinerung bekannt?
- Liegt diese Größe sicher unter der maximalen Aufgabegröße des gewählten Modells?
- Sind Tagesleistung, Schichtzahl und Anteil der zu verkaufenden Fraktionen schriftlich festgehalten?
- Wurden Rampensteigungen, Wendeflächen und der Untergrund an den Aufstellpunkten bei der Begehung geprüft?
- Netzstrom oder Generator, und ist der Lieferumfang des Generators im Angebot klar?
- Ist die Legierung der Schlagleisten auf das Material der Probe abgestimmt?
- Enthält das Angebot den Gewährleistungsumfang (bei General Makina 1 Jahr, ohne Verschleißteile) und eine Ersatzteilliste?
Häufig gestellte Fragen
Welches Modell passt am besten zu Marmorbruchabfall?
Liegt die Probe unter der Silikaschwelle, eignen sich Modelle mit Primär-Prallbrecher. Kommen die Blockstücke groß an, ist der General 02 mit 1000-mm-Öffnung zu prüfen, hat die Tonnage Vorrang, der General 03 mit 250-375 t/h. Bei kieseligen Adern ist der General 950 oder der GNR-MC110 mit Backenbrecher als Primärstufe die sicherere Wahl.
Braucht jeder Bruch eine Schwerlastanlage?
Nein. Lässt sich der Abfall klein vorbrechen und ist der Tonnagebedarf begrenzt, kann ein leichteres Modell wie der General 800 genügen. Große Öffnung, starker Generator und schweres Chassis zahlen sich aus, wenn große Blöcke und hohe Tonnage zusammenkommen.
Wovon hängt der Preis ab?
Von der Brecheranordnung (einstufiger Prallbrecher oder Backen- plus Prallbrecher), Siebgröße und Deckzahl, Generatorumfang, Chassistyp, einer zusätzlichen Tertiärstufe und den Transportbedingungen. Auf der Website gibt es keine Preisliste; das Angebot wird anhand Ihrer Bruchdaten erstellt.
Kann man diese Anlagen auf Marmormessen sehen?
General Makina hat an der Rohblock-Marmormesse in Afyonkarahisar teilgenommen. Für die Modellwahl sind jedoch Probe und Abfallgröße aus dem eigenen Bruch aussagekräftiger als die Maschine am Messestand.
Fazit
In Marmor- und Kalksteinbrüchen hängt die Wahl einer mobilen Brech- und Siebanlage weniger vom Brechertyp ab als von Blockgröße, Bewegung im Bruch und den zu verkaufenden Fraktionen. Geringe Abrasivität macht den Prallbrecher wirtschaftlich; der Schwerlastbedarf wird durch große Aufgabeöffnung, tragfähiges Chassis und ausreichenden Generator gedeckt. Alle radmobilen Optionen vergleichen Sie auf der Seite mobile Brechanlagen. Senden Sie Probedaten, Abfallgröße und Tonnageziel über unsere Kontaktseite; mit mehr als 50 Jahren Erfahrung erstellen wir ein Angebot mit der passenden Konfiguration.
Definitionen technischer Begriffe: Glossar




