Die effektivsten Brechanlagen für Hartgestein und Bergbau: Backenbrecher und Prallbrecher im Vergleich

Im Steinbruch oder im Bergbau gibt es keinen „effektivsten Brecher“ an sich, sondern nur den passenden und den unpassenden. Derselbe Prallbrecher, der im Kalkstein günstiges, kubisches Korn liefert, kann im Basalt seine Schlagleisten innerhalb weniger Schichten verschleißen. Dieser Beitrag vergleicht Backen- und Prallbrecher für hartes, abrasives Gestein (Basalt, Granit, Quarzit, Eisen- und Chromerz) sowie für weiches bis mittelhartes Gestein (Kalkstein, Dolomit) nach Verschleißteilen, Einlauföffnung, Durchsatz und Kornform – auf Basis der Modelltabellen von General Makina. Die allgemeinen Kriterien zur Typwahl haben wir bereits im Beitrag Prallbrecher oder Backenbrecher? Auswahlkriterien behandelt; hier geht es um die richtige Zuordnung von Maschine und Material.
Was „am effektivsten“ ist, entscheidet das Material, nicht der Katalog
Effektivität misst man an den Verschleißkosten pro Tonne, an der Zahl der Brechstufen bis zur Zielkörnung und daran, ob das Produkt die Spezifikation erfüllt. Alle drei Größen hängen von der Abrasivität des Gesteins ab. Die auf den Produktseiten von General Makina verwendete Schwelle zieht eine praktische Grenze: Material mit mehr als 10 % Quarzanteil oder einem Bond-Abrasionsindex (Ai) über 0,15 gilt als abrasiv. Die dort genannten Richtwerte zeigen den Abstand deutlich: Kalkstein liegt bei etwa Ai 0,001–0,03, Basalt bei rund 0,20, Granit bei rund 0,55. Granit ist also um ein Vielfaches abrasiver als Kalkstein, und dasselbe Brechprinzip kann sich in beiden Gesteinen nicht gleich verhalten.

Der erste Schritt ist deshalb, eine Probe aus dem Abbau auf Quarzanteil und möglichst auch auf den Abrasionsindex untersuchen zu lassen. Schwankt die Qualität entlang der Bruchwand, wird die Anlage auf den ungünstigsten Bereich ausgelegt – auch diesen muss sie brechen.
Verschleißteile: Brechbacken und Schlagleisten verschleißen nach unterschiedlichen Mechanismen
Im Backenbrecher wird das Gestein zwischen einer festen Backe und einer exzentrisch angetriebenen Schwinge zusammengedrückt. Bei der GNRK-Serie bestehen die Brechbacken aus austenitischem Manganstahl (Mn13/Mn18). Dieser Stahl verfestigt sich unter Schlag und Druck an der Oberfläche: Die Oberfläche wird beim Brechen von Hartgestein härter, der Kern bleibt zäh. Darum kann der Backenbrecher im Hartgestein seine Standzeit halten.
Im Prallbrecher treffen die Schlagleisten eines schnell drehenden Rotors auf das Gestein und schleudern es gegen die vorderen und hinteren Prallplatten (Prallschwingen). Der Verschleiß konzentriert sich auf die Kanten, jeder Schlag trägt Material von der Leiste ab. Laut der Seite zur GNR PDK werden für sauberes, abrasives Aufgabegut Schlagleisten aus hochchromhaltigem weißem Gusseisen (ca. 700–800 HB) eingesetzt; im Betonrecycling werden wegen Fremdeisen zähere Mangan- oder martensitische Leisten bevorzugt; bei sehr hohem Quarzanteil sind keramikverstärkte Verbundleisten eine Option. Dieselbe Seite sagt klar, dass Granit, Basalt, Quarzit und Flusskies oberhalb der Schwelle Schlagleisten innerhalb von Stunden aufbrauchen können und dass für diese Gesteine eine Kombination aus Backen- und Kegelbrecher vorzuziehen ist.
Die praktische Folge: Im Kalkstein bestimmt die richtige Legierung der Schlagleisten die Kosten pro Tonne des Prallbrechers. Im Basalt löst die Legierungswahl das Problem nicht – das Brechprinzip muss gewechselt werden.
Im direkten Vergleich: Modelltabellen GNRK, GPS, GNR PDK und GNR DMK
Die folgende Tabelle zeigt ausschließlich die auf den Produktseiten der vier Serien veröffentlichten Wertebereiche. Die Angaben beziehen sich auf das kleinste und das größte Modell jeder Serie; für die Zwischenmodelle gilt die jeweilige Produktseite.
| Serie | Prinzip und Stufe | Aufgabegröße | Durchsatz | Motor | Hauptverschleißteil | Geeignetes Material |
|---|---|---|---|---|---|---|
| GNRK Backenbrecher (GNRK 60 – GNRK 140) | Druck, Primärstufe | Maul 610×380 mm – 1400×1100 mm | 20–80 t/h – 500–600 t/h | 30/37 kW – 200 kW | Brechbacken Mn13/Mn18 | Granit, Basalt, Quarzit, Flusskies, Schlacke und alle Hartgesteine |
| GPS Primär-Sekundär-Prallbrecher (GPS-1210 – GPS-1415) | Prall, Primär + Sekundär in einem Gehäuse | 600 mm – 1000 mm | 100–250 t/h – 150–400 t/h | 160 kW – 315 kW | Schlagleisten + Prallschwingen | Kalkstein, Dolomit, nicht abrasives Gestein, Bauschutt |
| GNR PDK Primär-Prallbrecher (PDK02 – PDK03) | Prall, Primärstufe | 900 mm – 1300 mm | 200–300 t/h – 500–900 t/h | 200 kW – 500 kW | Schlagleisten + Prallplatten | Kalkstein, Dolomit, Betonrecycling |
| GNR DMK Sekundär-Prallbrecher (DMK01 – DMK05) | Prall, Sekundär-/Tertiärstufe | 800 mm | 120–180 t/h – 250–500 t/h | 160 kW – 500 kW | Schlagleisten + Prallschwingen-Auskleidung | Kalkstein, Dolomit, Asphalt- und Bauschuttrecycling |
Erste Lehre aus der Tabelle: Der Durchsatz allein kann nicht entscheiden. Der Bereich der GNR PDK03 von 500–900 t/h übertrifft die 500–600 t/h des GNRK 140, doch dieser Unterschied zählt nur, wenn das Material in der letzten Spalte passt. Im Granitbruch verpufft die höhere Leistung der PDK03 in Stillstandsstunden für den Leistenwechsel. Zweiter Punkt: Beim Backenbrecher ist der Aufgabewert eine Maulöffnung (Breite × Tiefe), beim Prallbrecher die größte zulässige Stückgröße. Vor einem direkten Vergleich muss man das eine in das andere umrechnen.
Einlauföffnung und Durchsatz: vom größten Block rückwärts auswählen
Laut GNRK-Seite beträgt der größte Block, den ein Backenbrecher aufnimmt, etwa das 0,8- bis 0,9-Fache der Maulweite. Übergroße Blöcke verkeilen sich, die Aufgabe stoppt, und der Nenndurchsatz bleibt auf dem Papier.
Hypothetisches Beispiel: Angenommen, die größten Blöcke, die der Bagger in einem Granitbruch in den Bunker kippt, messen 750 mm. Der GNRK 90 hat eine 900 mm breite Maulöffnung; mit dem Faktor 0,8–0,9 ergibt sich eine zulässige Blockgröße von 720–810 mm. Ein 750-mm-Block liegt innerhalb dieses Bereichs, aber nahe an der Untergrenze – an Tagen mit schlechtem Sprengergebnis ist mit Brückenbildung zu rechnen. Die 1100 mm Maulweite des GNRK 110 ergibt nach derselben Rechnung 880–990 mm und schafft Reserve. Die Entscheidung hängt also nicht nur von der geforderten Tonnage ab, sondern auch davon, wie gleichmäßig gesprengt wird.
Auf großen Hartgesteins- und Erzstandorten bewältigen der GNRK 130 (1300×1000 mm, 160 kW, 400–500 t/h) und der GNRK 140 (1400×1100 mm, 200 kW, 500–600 t/h) grobes Haufwerk in einer Stufe. Im Kalkstein wird das Problem großer Blöcke auf der Prallseite gelöst: Die GNR PDK03 nimmt Aufgabegut bis 1300 mm an und erreicht laut Produktseite im Kalkstein in einer Stufe ein Zerkleinerungsverhältnis von bis zu 20:1. Das typische Zerkleinerungsverhältnis eines Backenbrechers liegt bei 4:1–9:1. Daraus ergibt sich die Fähigkeit des Primär-Prallbrechers, im Kalkstein Brechstufen einzusparen.
Kornform: In welcher Stufe wird Kubizität gewonnen?
Beton- und Asphaltspezifikationen begrenzen plattige und längliche Körner. Ein Prallbrecher spaltet das Gestein entlang seiner natürlichen Bruchflächen und liefert dadurch kubisches Korn; die Seite zur GNR DMK hebt die Kornformqualität des Sekundär-Prallbrechers hervor, weist aber auch darauf hin, dass er etwas plattigeres Korn als ein Vertikalprallbrecher erzeugen kann und eine zusätzliche VSI-Stufe die Kubizität erhöht.
Im Hartgestein wird Kubizität mit dem Kegelbrecher gewonnen, nicht mit dem Prallbrecher. Im General Kegelbrecher wird das Material zwischen dem exzentrisch taumelnden Brechkegel und dem Brechmantel mehrfach gequetscht, bis es den eingestellten Spalt passiert. Diese mehrseitige Druckbeanspruchung liefert in abrasivem Gestein kubisches Korn bei niedrigen Verschleißteilkosten; die hydraulische CSS-Verstellung steuert die Produktgröße, der Hydraulikzylinderschutz fängt plötzliche Blockaden ab. Die Produktseite nennt für die Sekundärstufe eine Größenordnung von 50–250 mm Aufgabe und 0–60 mm Produkt; Durchsatz und Leistung je Modell werden projektbezogen angegeben.
Referenzkonzept für Hartgestein: Backenbrecher primär + Kegelbrecher sekundär
Die Umsetzung dieses Ansatzes im Feld ist die mobile Brech- und Siebanlage General 944: Ein GPJ 90 Backenbrecher als Vorbrecher und ein GM430 Kegelbrecher als Nachbrecher arbeiten auf derselben radmobilen Anlage. Sie nimmt 800 mm Aufgabegut an und leistet 120-180 t/h; ein 1600×5000 mm großes, dreideckiges Horizontalsieb trennt in die Körnungen 0-5, 5-12 und 12-19 mm, die Energie liefert ein 550-kVA-Generator. Die Produktseite positioniert die Anlage für Basalt, Granit, Eisenerz, Chrom und Quarz und betont, dass der Kegel-Nachbrecher der wesentliche Unterschied zur General 950 ist, die denselben Vorbrecher mit einem Prall-Nachbrecher (DMK01) kombiniert. Bei mittelhartem Gestein mit Quarzanteil nahe der Schwelle kann ein Konzept mit Prall-Nachbrecher wie die 950 diskutiert werden; deutlich oberhalb der Schwelle hält der Kegel-Nachbrecher den Metallverbrauch im Rahmen.
Referenzkonzept für weiches bis mittelhartes Gestein: durchgehende Prallkette
In Kalkstein und Dolomit bietet der Prallbrecher sowohl Zerkleinerung als auch Kornform. Bei hohem Durchsatzziel wird ein GNR PDK Primär-Prallbrecher mit einem GNR DMK als Nachbrecher kombiniert; der DMK01 leistet mit 160 kW 120–180 t/h, der DMK05 mit 500 kW 250–500 t/h, und das typische Zerkleinerungsverhältnis des Sekundär-Prallbrechers liegt bei rund 10:1. Auf mittelgroßen Linien, auf denen weniger Stufen gewünscht sind, übernimmt die GPS-Serie Primär- und Sekundärarbeit in einem Gehäuse; der GPS-1415 etwa leistet bei 1000 mm Aufgabe 150–400 t/h. Ein Gehäuse heißt ein Verschleißsatz und ein Motor – ein Ansatz, der sich nur bei nicht abrasivem Gestein rechnet.
Checkliste zur Materialzuordnung
- Probenanalyse: Liegt der Quarzanteil über 10 % oder der Ai über 0,15? Dann mit Backenbrecher als Vorbrecher und Kegelbrecher als Nachbrecher planen.
- Größter Block: Passt der gemessene Block in das 0,8- bis 0,9-Fache der Maulweite, und liegt er unter dem maximalen Aufgabewert auf der Produktseite des Prallbrechers?
- Ton und Feuchte: Nasses, klebriges, toniges Aufgabegut setzt den Brechraum des Backenbrechers zu; Vorabsiebung oder Waschen einplanen.
- Fremdeisenrisiko: Auf Recycling- oder Erzstandorten mit Fremdmetall die Schlagleistenlegierung (zäher Mangan- oder Martensitstahl) und den Überlastschutz des Kegelbrechers bestätigen lassen.
- Spezifikation: Wird für Beton oder Asphalt Kubizität verlangt, muss die letzte Stufe ein Kegelbrecher (Hartgestein) oder Prall-/VSI-Brecher (Weichgestein) sein.
- Leistungskette: Vorbrecher, Nachbrecher und Sieb müssen auf dieselbe Tonnage ausgelegt sein; die engste Stufe bestimmt die Leistung der ganzen Linie.
- Verschleißbudget: Verschleißteilkosten je produzierter Tonne vergleichen, nicht je Maschine.
Wie diese Liste in der Praxis angewendet wird, zeigt unser Beitrag Anlagenauswahl für das Brechen und Sieben von Basalt.
Häufig gestellte Fragen
Kann ein Primär-Prallbrecher für Basalt oder Granit eingesetzt werden?
Mechanisch bricht er sie, unsere Produktseiten empfehlen diesen Einsatz aber nicht. Basalt hat einen Ai von etwa 0,20, Granit von etwa 0,55 – beide liegen über der Schwelle von 0,15, und der Schlagleistenverbrauch treibt die Kosten pro Tonne über die einer Backen- und Kegelbrecherkombination.
Ist ein Backenbrecher als Vorbrecher im Kalkstein die falsche Wahl?
Nein. Der Backenbrecher der GNRK-Serie bricht auch Kalkstein problemlos und ist mit Vorabsiebung ein sicherer Start bei tonigem, verschmutztem Aufgabegut. Der Preis dafür: Für kubisches Korn muss ein Prall-Nachbrecher ergänzt werden; in sauberem Kalkstein erledigt ein Primär-Prallbrecher dieselbe Aufgabe mit weniger Stufen.
Welches Konzept wird für die Erzzerkleinerung empfohlen?
Bei abrasiven Erzen wie Eisen, Chrom und Quarz sind ein Backenbrecher als Vorbrecher und ein Kegelbrecher als Nachbrecher der übliche Ausgangspunkt. Das Kegelbrechermodell wird projektbezogen nach Aufgabegröße, Zielprodukt und Tonnage gewählt; deshalb sollte ein Angebot mit Probendaten und Zielkörnungen angefragt werden.
Welche Faktoren bestimmen den Preis im Angebot?
Brechermodell und Zahl der Stufen, Anzahl der Siebdecks, mobile oder stationäre Bauweise, Generator- oder Netzanschluss sowie die Legierung der Verschleißteile sind die wesentlichen Faktoren. Ein Preis vor geklärter Materialanalyse ist der Preis für das falsche Konzept.
Fazit: Die richtige Zuordnung ist die effektivste Anlage
In hartem, abrasivem Gestein und Erz hält ein Backenbrecher als Vorbrecher mit Kegel-Nachbrecher den Metallverbrauch im Rahmen und liefert dennoch kubisches Korn. In Kalkstein und Dolomit bieten ein Primär-Prallbrecher oder eine Einzelgehäuse-Lösung wie der GPS hohe Zerkleinerung und gute Kornform mit weniger Stufen. General Makina baut seit 1976 Brechanlagen; wir erarbeiten das passende Konzept aus Ihrer Probenanalyse, der größten Blockgröße und Ihren Zielkörnungen, und alle unsere Maschinen haben 1 Jahr Garantie. Senden Sie uns Ihre Materialdaten und fordern Sie ein Angebot an.
Definitionen technischer Begriffe: Glossar




