Siebbelag für Vibrationssiebe: Maschenweite, Drahtstärke und der richtige Wechselzeitpunkt

In einer Brech- und Sieblinie entscheidet das Sieb zuletzt darüber, ob das Produkt seine Vorgabe erfüllt. Ein falsch gewählter oder zu spät gewechselter Belag kann die Produktqualität verschlechtern, ohne dass es jemand bemerkt.
Drei Größen, die den Belag bestimmen
Die angestrebte Produktgröße legt die Maschenweite fest, die Last auf dem Sieb und die Abrasivität des Materials bestimmen die Drahtstärke, und die Zahl der gewünschten Körnungen entscheidet über die Deckzahl. Die konventionelle GNR-Siebreihe wird in Ausführungen mit 1 bis 4 Decks gebaut; die Gewichte je nach Deckzahl zeigt die folgende Übersicht:
| Modell | Siebgröße (mm) | Motor (kW/rpm) | Gewicht nach Deckzahl (kg) | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 Deck | 2 Decks | 3 Decks | 4 Decks | |||
| GNR 1020 | 1000X2000 | 4 /1500 | 1100 | 1200 | 1800 | - |
| GNR 1025 | 1000x2500 | 4 /1500 | 1500 | 1800 | 2200 | - |
| GNR 1030 | 1000X3000 | 5,5 /1500 | 1500 | 1700 | 2200 | 2700 |
| GNR 1230 | 1200X3000 | 7,5 /1500 | - | 2200 | 2700 | 3100 |
| GNR 1540 | 1500X4000 | 11 /1500 | - | 5400 | 6200 | 6600 |
Schwingungsgeregelte Reihe für hohe Tonnagen
Linien mit hoher Stundenleistung verlangen größere Gehäuse mit 3 Decks:
| Modell | Siebgröße (mm) | Motor (kW/rpm) | Decks | Gewicht (kg) |
|---|---|---|---|---|
| GNRTK-1550 | 1500x5000 | 22/1500 | 3 | 12000 |
| GNRTK-2060 | 2000x6000 | 30/1500 | 3 | 16500 |
Woran man erkennt, dass der Belag fällig ist
Achten Sie auf vier Anzeichen. Erstens weiten sich Maschen stellenweise auf, sodass Überkorn ins Feingut gelangt. Zweitens werden Drahtquerschnitte blank und dünn. Drittens beginnt ein Riss an einer einzelnen Masche; das Panel sollte gewechselt werden, bevor er sich ausbreitet. Viertens lässt die Spannung nach: Der lose Belag schlägt gegen den Rahmen, und Ermüdungsbrüche entstehen schneller.
Zwei Regeln für die Montage
Die Spannung muss gleichmäßig über den gesamten Belag verteilt werden, denn eine lose Kante ermüdet zuerst. Die Gummiauflageprofile sollten zusammen mit dem Belag geprüft werden; ein neuer Belag auf einem verschlissenen Profil bricht viel früher als erwartet.
Leistungsverlust frühzeitig erkennen
Sinkt die Siebleistung, gerät zuerst der Belag in Verdacht, doch zwei andere Ursachen erzeugen dasselbe Bild: verschlissene Auflageprofile und ein geringerer Schwinghub (Keilriemen oder Unwuchtgewichte des Vibromotors). Alle drei lassen sich in einer einzigen Prüfung unterscheiden, indem man nacheinander Belagoberfläche, Profillinie und Hubkarte betrachtet.
Was ein falscher Belag kostet
Ein zu dünner Draht ermüdet rasch. Ein zu dicker Draht verringert die freie Siebfläche, sodass durch dasselbe Siebgehäuse weniger Produkt geht. Die richtige Wahl erfolgt anhand der Zielproduktanalyse und der Abrasivität der Aufgabe; bevor man auf ein größeres Modell wechselt, sollte eine Optimierung des Belags versucht werden.
Ein Panel oder das ganze Deck?
Bei modularen Panelsieben ist der Tausch eines einzelnen Panels schnell erledigt. Sind die benachbarten Panels jedoch ebenfalls fast verbraucht, führen Einzelwechsel zu Stillständen in kurzen Abständen. Eine praktische Regel: Steht mehr als die Hälfte der Panels eines Decks unter Beobachtung, wird das ganze Deck erneuert. Gespannte Beläge mit Hakenleisten lassen keinen Teilwechsel zu; der Wechsel sollte auf einen geplanten Stillstand gelegt werden. Wer das Verschleißbild des ausgebauten Belags fotografiert, stützt die nächste Auswahl (Masche, Drahtstärke, Werkstoff) auf echte Daten statt auf Schätzungen.
Zum Schluss: Die Siebleistung betrifft die gesamte Linie, nicht nur das Sieb. Überkorn, das zum nachgeschalteten Brecher durchrutscht, erhöht sowohl dessen Last als auch den Verbrauch an Verschleißteilen. Die Pflege des Belags ist daher nicht nur ein Siebkostenpunkt, sondern Teil der gesamten Betriebskosten der Linie.
Die Wartungsempfehlungen des Herstellers hängen vom Modell und von den Einsatzbedingungen ab. Für einen auf Ihre Maschine zugeschnittenen Wartungsplan nehmen Sie Kontakt mit uns auf.
Werkstoffe für die Siebfläche: Stahldraht, Polyurethan, Gummi
Der Werkstoff der Siebfläche ist eine ebenso wichtige Entscheidung wie die Maschenweite. Gewebter Stahldraht bietet die größte freie Siebfläche und die niedrigsten Anschaffungskosten; für trockenes, mäßig abrasives Material ist er die Standardlösung. Polyurethanpanels halten unter nassen und abrasiven Bedingungen deutlich länger und widerstehen dem Verstopfen, begrenzen aber wegen ihrer kleineren freien Fläche die Leistung bei feinen Trennungen. Gummipanels dämpfen Schläge bei grober, schwerer Aufgabe, etwa unter einem Stangenrost oder hinter dem Vorbrecher, und senken den Lärm. Kurz gesagt: Draht für feines, trockenes Material, Polyurethan für nasses oder abrasives Material, Gummi für grobe, schlagintensive Aufgabe. Bei modularen Panelsystemen wird nur die verschlissene Zone getauscht, was günstiger ist als die Erneuerung eines kompletten Decks.
Definitionen technischer Begriffe: Glossar




