Mobile oder stationäre Anlage Wirtschaftlichkeit

Mobile oder stationäre Anlage Wirtschaftlichkeit: die Frage richtig stellen
Liegen zwei Angebote nebeneinander, springt zuerst der Kaufpreis ins Auge, und genau dort fällt die Entscheidung nicht. Die Frage mobile oder stationäre Anlage Wirtschaftlichkeit lässt sich erst beantworten, wenn alle Zahlungen der Nutzungsdauer auf einer Zeitachse liegen: Maschinenpreis, Fundament und Montage, jährliche Betriebskosten, Zahl der Umzüge und die Jahre, die die Anlage tatsächlich läuft. Ein Vergleich ohne Abzinsung schont das erste Budgetjahr und ruiniert den Zahlungsstrom im achten. Dieselbe Rechendisziplin gilt für alle Fragen rund um Investition und Kosten.
Verglichen wird in Gesamtkosten je Tonne
Der einzige gemeinsame Nenner zweier Konfigurationen ist die produzierte Tonne. Deshalb kommen erst die Kostenpositionen in die Tabelle, dann die Jahrestonnage, und am Ende steht ein Wert je Tonne. Die folgende Tabelle zeigt, wo die beiden Varianten wirklich auseinanderlaufen.
| Kostenposition | Mobile Lösung | Stationäre Lösung | Was den Ausschlag gibt |
|---|---|---|---|
| Maschineninvestition | In der Regel niedriger | In der Regel höher | Bei gleicher Leistung vergleichen, nicht bei gleichem Preis |
| Fundament und Stahlbau | Gering | Erheblich, einmalig | Ein schlechtes Bodengutachten treibt diese Position |
| Montage und Inbetriebnahme | Kurz, bei jedem Umzug erneut | Lang, einmalig | Die Wiederholungszahl bestimmt die Summe |
| Energie | Häufig Aggregatbetrieb | Häufig Netzanschluss | Ohne Netz schmilzt der stationäre Vorteil |
| Transport | Die Anlage fährt | Das Material fährt | Prüfen, wer die Piste baut |
| Restwert | Breiter Gebrauchtmarkt | Standortgebunden, niedrig | Was nach Schließung des Bruchs zurückkommt |
Ein einfaches Barwertmodell
Das Modell enthält keine Preise; alle Beträge sind indexiert, die mobile Maschineninvestition ist mit 100 Einheiten angesetzt. Die Annahmen liegen offen: acht Jahre Nutzungsdauer, 12 Prozent Kalkulationszins, jährliche Betriebskosten von 22 Einheiten mobil und 18 stationär, stationär zusätzlich 130 Einheiten Maschine und 25 Einheiten Fundament und Montage, mobil 4 Einheiten je Umzug.
| Szenario | Umzüge pro Jahr | Barwert über acht Jahre (Einheiten) | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Mobil, bleibt an einem Standort | 0 | 209 | Mobil deutlich vorn |
| Mobil, ein Umzug jährlich | 1 | 229 | Mobil weiterhin vorn |
| Mobil, zwei Umzüge jährlich | 2 | 249 | Gleichstand mit stationär |
| Mobil, drei Umzüge jährlich | 3 | 269 | Stationär zieht vorbei |
| Stationäre Anlage | Keine | 244 | Referenzwert |
Der Ertrag des Modells ist nicht eine Zahl, sondern die Lage des Kipppunkts: unter diesen Annahmen treffen sich beide Varianten bei rund zwei Umzügen im Jahr. Mit eigenen Zahlen verschiebt sich der Punkt, die Struktur der Frage bleibt gleich.
Vier Größen, die das Ergebnis drehen
Ohne Sensitivitätsbetrachtung reift keine Investitionsentscheidung. Einzeln variiert bewegen diese vier Größen das Ergebnis am stärksten.
- Reservelaufzeit: Reicht die Reserve fünf statt acht Jahre, verteilen sich Fundament und Montage auf weniger Tonnen, und die Kosten je Tonne steigen.
- Umzugshäufigkeit: die einzige echte Schwäche der mobilen Variante, weil jeder Umzug Geld und Produktion kostet.
- Energiequelle: Mit Netzanschluss entsteht ein klarer Betriebsvorteil für die stationäre Anlage; ohne ihn hängen beide am Aggregat.
- Auslastung: Geringe Auslastung schadet beiden, die stationäre Anlage verliert wegen des höheren Fixkostenanteils schneller.
Produktionsausfall ist ebenfalls eine Kostenposition
Umzugskosten bestehen nicht nur aus Tieflader und Kran. Während Demontage, Transport, Montage und Inbetriebnahme produziert die Linie nichts, und diese Tonnen gehören in die Rechnung. Weil Ausfalltage in kaum einem Budget auftauchen, wird eine zweimal jährlich umziehende Anlage regelmäßig zu günstig gerechnet. Die stationäre Seite hat ihre eigene verdeckte Position: Nach Schließung des Bruchs sind Betonfundamente und Stahlbau, die niemand mitnimmt, nahezu wertlos. Solange beide verdeckten Posten fehlen, bleibt der Vergleich unvollständig.
Eine kurze Liste als Entscheidungsregel
Wer Standort und Reserve kennt, reduziert die Entscheidung auf wenige Fragen: wie viele Jahre die Reserve trägt, wie oft die Anlage umzieht, ob Netzstrom vorhanden ist, wohin das Produkt verkauft wird und was nach Schließung bleibt. Sind diese fünf Antworten notiert, vertieft der Vergleich Mobil-Raupen-Stationäranlage-Auswahl die technischen Kriterien zu Transportierbarkeit, Fundamentbedarf und Aufbauzeit.
Häufige Fragen
Wie wird der Kalkulationszins gewählt?
Mit den eigenen Finanzierungskosten. Je höher der Zins, desto leichter wiegen künftige Betriebskosten und desto ungünstiger steht die Variante mit hoher Anfangsinvestition da.
Gehört der Restwert ins Modell?
Ja, aber auf beiden Seiten. Mobile Einheiten haben meist den breiteren Gebrauchtmarkt, während ein Teil des stationären Restwerts im Boden verbleibt.
Ist eine Mischlösung sinnvoll?
Oft ist sie die beste Antwort: feste Linie im langlebigen Hauptbruch, mobile Einheit für kurze Aufträge. Beide werden dann gemeinsam über die Jahrestonnage gerechnet, nicht getrennt.
Legen Sie das Angebot beiseite und schreiben Sie zuerst fünf Annahmen auf: Reservejahre, Jahrestonnage, Umzüge, Energiequelle, Finanzierungssatz. Mit dieser Liste rechnen wir das Modell mit Ihren Zahlen und zeigen, wo der Kipppunkt auf Ihrem Standort liegt.
Definitionen technischer Begriffe: Glossar




