Mobile Siebanlage oder Kombination aus Brech- und Siebanlage?

Kommt Ihr Material bereits in kleinen Stücken aus der Lagerstätte, kann eine Siebanlage genügen; wird die Wand gesprengt oder in großen Blöcken gelöst, liefert Sieben allein kein verkaufsfähiges Produkt. Auf dem Papier wirkt diese Unterscheidung einfach. Auf der Baustelle fällt die Entscheidung jedoch oft nur nach der Stundenleistung, während der eigentlich bestimmende Faktor, die Aufgabegröße, übersehen wird. Dieser Beitrag vergleicht die mobile Siebanlage mit der Kombination aus Brech- und Siebanlage anhand von Aufgabegröße, Überkornanteil, Energieversorgung, Transport und Verschleiß. Mit den Daten unserer Produktseiten zeigen wir, welche Lösung zu welchem Standort passt und wann beide zusammen nötig sind.
Die Grenze zieht die Aufgabegröße, nicht die Leistung
Eine mobile Siebanlage zerkleinert nicht, sie trennt nur nach Korngröße. Die beiden mobilen Trockensiebanlagen von General Makina, die mobile Trockensiebanlage GNR ME1650 und die GNR ME2060, sind für eine Aufgabe von 0-100 mm ausgelegt. Praktisch heißt das: Alles über 100 mm kann das Sieb nicht in Produkt verwandeln, sondern nur aussondern. Bei der ME2060 leitet der 100-mm-Rost über dem Bunker dieses Überkorn vorbei, bevor es das Siebdeck erreicht. Das Sieb ist geschützt, das Überkorn verlässt die Anlage aber unverarbeitet.
Eine Kombination aus Brech- und Siebanlage hat einen deutlich größeren Einlauf. Die General 640 nimmt Rohmaterial bis 500 mm auf, die General 800 bis 600 mm und die General 944 bis 800 mm. Das Schwingsieb auf demselben Fahrgestell teilt den Brecheraustrag in Fraktionen, und was noch über der Zielgröße liegt, läuft im geschlossenen Kreislauf zum Brecher zurück. Kurz gesagt: Die Kombination zerkleinert und klassiert großes Gestein, die Siebanlage erledigt nur die zweite dieser beiden Aufgaben.
Die erste Frage lautet daher nicht „Wie viele Tonnen pro Stunde?“, sondern „Welcher Anteil des Materials aus der Wand oder der Lagerstätte liegt über 100 mm?“ Wer ohne diesen Anteil entscheidet, landet entweder bei einer unnötigen Brecherinvestition oder bei einem Überkornhaufen, der auf dem Platz jeden Tag wächst.

Technische Grenzen beider Wege: Modelldaten im Vergleich
Die folgende Tabelle stellt die technischen Werte der Produktseiten nebeneinander. Bei den Siebanlagen steht in der Brecherzeile bewusst „keiner“; Felder, deren Wert auf der Produktseite nicht veröffentlicht ist, sind mit „—“ markiert.
| Modell | Typ | Leistung | Max. Aufgabe | Brecher | Sieb | Energie | Gewicht |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| GNR ME1650 | Trockensiebung | 120-180 t/h | 0-100 mm | Keiner | ~1600×5000 mm | Netz oder Generator | 18.000 kg |
| GNR ME2060 | Trockensiebung, vollautomatisch | 200-350 t/h | 0-100 mm (100-mm-Rost) | Keiner | 2000×6000 mm, 3 Decks | Netz oder Generator; Siebmotor 22 kW | — |
| General 640 | Backen + Prall | 60-100 t/h | 500 mm | GPJ 60 + GNR 50 | 1200×4000 mm, 3 Decks | Generator 300 kVA (optional) | 38.000 kg |
| General 800 | Primär-Prall | 80-150 t/h | 600 mm | PDK 1280 | 1300×4000 mm, 3 Decks | Generator 450 kVA | 35.000 kg |
| General 944 | Backen + Kegel | 120-180 t/h | 800 mm | GPJ 90 + GM430 | 1600×5000 mm, 3 Decks | Generator 550 kVA | 70.000 kg |
Aus der Tabelle folgen drei Schlüsse. Erstens ist die Siebanlage im gleichen Leistungsband viel leichter: Im Band 120-180 t/h wiegt die ME1650 18.000 kg, die General 944 70.000 kg. Dieser Unterschied schlägt direkt auf Transport, Positionierung und Untergrundvorbereitung durch. Zweitens erreicht die ME2060 ohne Brecher 200-350 t/h; ist das Material bereits fein, bietet der brecherlose Weg mehr Durchsatz. Drittens ist die Produktpalette der Brech- und Siebanlagen auf einem Fahrgestell begrenzt: General 640 und 944 liefern 0-5 / 5-12 / 12-19 mm, die General 800 ergänzt eine Fraktion 19-40 mm. Wer mehr getrennte Produkte braucht, sollte ein zusätzliches Sieb einplanen.
Vier Standorttypen, vier verschiedene Antworten
Flussbett sowie natürliche Sand- und Kiesgrube
Hat die Natur das Material bereits gerundet und zerkleinert und liegt der Großteil unter 100 mm, ist die mobile Siebanlage allein die richtige Antwort. Als typische Einsatzorte nennt die Produktseite der ME1650 Flussbetten, Sand- und Kiesgruben sowie die Zuschlagstoffversorgung von Betonmischanlagen. Ohne Brecher gibt es keine Brechbacken oder Schlagleisten zu wechseln; der Verschleiß konzentriert sich auf Siebbeläge, Gurte und Übergabestellen. Enthält das Material Ton oder viel Feuchte, reicht Trockensiebung nicht aus, dann kommen mobile Wasch- und Siebanlagen in Frage.
Steinbruch mit Sprengbetrieb
Nach der Sprengung enthält das Haufwerk meist Blöcke von mehreren hundert Millimetern, und der Großteil passiert keinen 100-mm-Rost. Eine Siebanlage kann hier nicht allein arbeiten; die richtige Antwort ist eine zum Gestein passende Kombination aus unseren mobilen Brech- und Siebanlagen. In wenig abrasivem Gestein wie Kalkstein passt die Primär-Prallanlage General 800, in hartem, abrasivem Basalt und Granit überzeugt die General 944 mit Backen- und Kegelbrecher. Für kleine und mittlere Aufträge ist die General 640 mit 500 mm Aufgabegröße der Einstieg.
Betrieb mit vorhandenem Brecher
Wo bereits ein Vorbrecher läuft, ist der Engpass oft die Siebfläche oder die Zahl der Fraktionen. Statt eine zweite Brech- und Siebanlage zu kaufen, kann eine mobile Siebanlage hinter dem vorhandenen Brecher das Problem mit weniger Gewicht und kleinerer Investition lösen. Die ME1650 ist dafür ausgelegt, per Band von einer bestehenden Brech- und Siebanlage beschickt zu werden und als Vor- oder Endsiebung zu dienen. Einzige Bedingung: Der Brecheraustrag bleibt im Bereich 0-100 mm.
Gemischte Lagerstätte: Überkornanteil einrechnen
Auch natürliche Lagerstätten liefern hin und wieder große Steine. Hier hängt die Entscheidung am Überkornanteil, und eine einfache Massenbilanz macht ihn sichtbar. Sei r der Anteil über 100 mm in der Aufgabe:
Verkaufsfähiges Produkt (pro Stunde) = Aufgabe × (1 − r) · Anfallendes Überkorn (pro Stunde) = Aufgabe × r
Hypothetisches Beispiel, kein realer Wert: Bei 100 Einheiten Aufgabe pro Stunde und r = 0,25 werden 75 Einheiten zu Produkt, 25 Einheiten sammeln sich neben dem Rost. In einer Acht-Stunden-Schicht sind das 200 Einheiten unverarbeitetes Material. Ist r klein, kann das gelegentliche Überkorn zu einem anderen Brecher gehen oder als Auffüllmaterial dienen. Steigt r, wird das Überkorn zu Produktionsverlust und Lagerplatzproblem zugleich, und die Kombination aus Brech- und Siebanlage rechnet sich.
Drei Wege, die Kombination aufzubauen
„Brechen und Sieben“ muss nicht eine einzige Maschine bedeuten. Je nach Standort sind drei Aufstellungen möglich:
- Brechen und Sieben auf einem Fahrgestell: General 640, 800 und 944 tragen Brecher, Schwingsieb und Rücklaufband auf demselben Fahrgestell. Transport und Aufbau drehen sich um eine Einheit; die Zahl der Fraktionen ist jedoch durch die Decks dieses Siebs begrenzt.
- Mobiler Brecher + separate mobile Siebanlage: Der Brecheraustrag wird per Band zur Siebanlage geführt. Brech- und Siebleistung werden getrennt dimensioniert, und die Siebeinheit kann bei Bedarf unabhängig vom Brecher auf einen anderen Standort wechseln.
- Vorabsiebung vor dem Brecher: Zu den auf der Produktseite der GNR ME2060 genannten Einsätzen gehört die Vorabsiebung vor einem Backen- oder Prallbrecher. Bereits feines Material gelangt gar nicht erst in den Brecher, der sich dann nur mit Gestein befasst, das wirklich zerkleinert werden muss.
Bei der zweiten und dritten Aufstellung gehören Übergabehöhen der Bänder, Länge der Haldenbänder und die Energieversorgung beider Einheiten in denselben Lageplan. Dass eine Einheit auf den Platz passt und die andere nicht, ist bei diesen Aufstellungen ein häufiger Planungsfehler.

Wo sich Investition und Betriebskosten unterscheiden
Der Preis hängt vom gewählten Modell, dem Generatorumfang, den Maschenweiten der Siebbeläge und zusätzlichen Bändern ab, deshalb nennen wir hier keine Zahlen. Wer jedoch weiß, welche Posten den Unterschied machen, liest Angebote richtig:
- Gewicht und Transport: Ein Fahrgestell mit Brecher ist schwerer; Transport, Kran- oder Positionierbedarf und Untergrundvorbereitung wachsen entsprechend.
- Energie: Bei den Brech- und Siebanlagen ist die Generatorgröße auf der Modellseite angegeben: 300 kVA (optional) für die General 640, 450 kVA für die General 800, 550 kVA für die General 944. Die Siebanlagen laufen mit Netz oder Generator; der Siebmotor der ME2060 hat 22 kW. Die Generatorauslegung sollte im Angebotsstadium geklärt werden.
- Verschleiß: Bei der Siebanlage konzentriert er sich auf Siebbeläge, Gurte und Übergabestellen. Die Kombination bringt Brechbacken, Schlagleisten oder Brechmantel und Brechkegel hinzu; in abrasivem Gestein bestimmt dieser Posten die Kosten pro Tonne.
- Auslastung: Eine Siebanlage findet auch dann Arbeit auf anderen Plätzen, wenn kein Gestein zu brechen ist; eine Brecherlinie schafft nur Wert, solange es Gestein zu zerkleinern gibt.
Vergleichen Sie pro Tonne: Kosten pro Tonne = (Abschreibung + Energie + Verschleißteile + Personal + Transport und Aufbau) ÷ verkaufsfähige Tonnen. Die verkaufsfähigen Tonnen enthalten den Faktor (1 − r) aus der obigen Formel. Deshalb kann eine Siebanlage mit niedrigem Kaufpreis an einem Standort mit hohem Überkornanteil pro Tonne teuer werden.
Checkliste vor der Entscheidung
- Nehmen Sie repräsentative Proben an mehreren Stellen des Standorts und messen Sie den Anteil über 100 mm (r).
- Prüfen Sie Ton und Feuchte: Die ME-Serie siebt trocken, toniges oder nasses Material verstopft die Maschen.
- Schreiben Sie die benötigten Fraktionen auf und prüfen Sie, ob das gewählte Modell sie in einem Durchgang liefert (die ME2060 trennt in einem Durchgang 4 Fraktionen).
- Legen Sie den Brechertyp nach Härte und Abrasivität fest: Prall oder Kegel?
- Klären Sie, ob Netzstrom vorhanden ist; falls nicht, bestimmen Sie die Generatorgröße.
- Listen Sie auf, an wie vielen Standorten die nächsten Aufträge liegen und ob das Transportgewicht zu den Straßenverhältnissen passt.
- Besitzen Sie bereits einen Brecher, messen Sie, ob sein Austrag im Bereich 0-100 mm bleibt.
Mit diesen Antworten können Sie im Produktauswahl-Assistenten auch eine erste Modellauswahl treffen.
Häufige Fragen
Bricht eine mobile Siebanlage Gestein?
Nein. GNR ME1650 und GNR ME2060 sieben nur; sie teilen eine Aufgabe von 0-100 mm in Fraktionen. Um großes Gestein zu zerkleinern, braucht es einen Brecher.
Ersetzt das Sieb einer Brech- und Siebanlage eine separate Siebanlage?
Ja, wenn die auf der Produktseite genannten Fraktionen Ihren Bedarf decken; die General 800 liefert zum Beispiel 0-5 / 5-12 / 12-19 / 19-40 mm. Brauchen Sie mehr Fraktionen oder mehr Siebfläche, lässt sich hinter dem Brecher eine separate mobile Siebanlage ergänzen.
Ist es sinnvoll, zuerst die Siebanlage zu kaufen und später einen Brecher zu ergänzen?
Liefert die Lagerstätte heute natürlichen Sand und Kies und später gesprengtes Gestein, ist diese Reihenfolge möglich. Berücksichtigen Sie bei der Wahl der Siebanlage den künftigen Strom aus dem Brecher; die ME2060 mit 200-350 t/h kann zum Beispiel sowohl hinter einem Brecher als auch davor als Vorabsiebung arbeiten.
Wie erfahre ich Preis und Lieferzeit?
Nennen Sie uns Materialart, Probendaten, Zielleistung und gewünschte Fraktionen. Preis und Lieferzeit stehen in einem individuellen Angebot, sobald Modell und Umfang feststehen.
Fazit
Liegt das Material überwiegend sauber unter 100 mm, ist die mobile Siebanlage die leichtere, einfachere und pro Tonne oft günstigere Lösung. Im Steinbruch mit Sprengbetrieb oder in Lagerstätten mit hohem Überkornanteil ist die Kombination aus Brech- und Siebanlage unverzichtbar, und der Brechertyp richtet sich nach der Abrasivität des Gesteins. An Standorten dazwischen ist die gemeinsame Planung beider Einheiten meist der ausgewogenste Weg. Teilen Sie uns Ihre Probendaten und Zielleistung über unsere Kontaktseite mit, dann legen wir die passende Aufstellung und das Angebot gemeinsam fest.
Definitionen technischer Begriffe: Glossar




