Mobile Brecher im Recycling: Asphalt und Beton brechen

Abbruchbeton von einer Rückbaustelle, Fräsgut aus einer Fahrbahnsanierung und ausgebaute Asphaltschollen laufen oft unter dem Sammelbegriff „Abfall“, verhalten sich vor dem Brecher aber völlig unterschiedlich. Im einen steckt Bewehrungsstahl, im anderen Bitumen, das dritte kommt mit Boden, Holz und Putz vermischt an. Wer mobiles Brechen im Recycling plant, sollte zuerst das Aufgabematerial beschreiben und erst dann die Maschine wählen: Abfallart, größte Stückgröße, Bewehrungsanteil und Feinanteil entscheiden, welcher Brecher und welche Vorabsiebung sinnvoll sind. Dieser Beitrag zeigt aus Baustellensicht, wie Abbruchbeton (Bauschutt), Asphalt und Betonabfall vor Ort aufbereitet werden, warum der Prallbrecher diese Arbeit dominiert und an welcher Stelle der Linie Stahl-, Staub- und Feinanteilprobleme tatsächlich gelöst werden.
Drei verschiedene Aufgabematerialien: Abbruchbeton, Asphaltschollen und Fräsgut
Abbruchbeton stammt aus Stützen, Trägern, Decken und Fundamenten. Die Stücke sind unregelmäßig, aus vielen ragt Bewehrung heraus, und auf derselben Halde liegen Putz, Ziegel, Keramik und Boden. Das Hauptrisiko: Stahl gelangt in den Brecher, bildet im Trichter Brücken, schlitzt Bänder auf oder verklemmt sich im Brechraum.
Asphaltschollen sind geschnittene oder mit dem Löffel ausgebaute Belagsstücke. Sie enthalten keinen Stahl, doch das Bitumen macht das Material elastisch und klebrig. Nach dem Brechen bleiben die Körner mit Bitumen umhüllt; Ziel ist nicht, das Gestein zu zertrümmern, sondern die Zielkörnung zu erreichen, ohne das Bindemittel zu zerstören.
Asphaltfräsgut ist bereits kleinstückig. Meist müssen nur Verklumpungen aufgelöst und das Material gesiebt werden, statt es wirklich zu brechen. Fräsgut durch einen Vorbrecher zu schicken erzeugt unnötige Feinanteile; sinnvoller ist es, passendes Material per Vorabsiebung abzutrennen und nur die Klumpen zu brechen.
Alle drei Materialien können am selben Tag über eine Maschine laufen, doch Aufgebereinstellung, Rostöffnung und Siebplan sind für jedes getrennt zu betrachten. Bei gemischten Halden wirkt sich die getrennte Lagerung von Beton und Asphalt auf der Baustelle direkt auf die Produktqualität aus.
Warum der Prallbrecher hier bevorzugt wird
Beton und Asphalt sind keine hochsilikatischen, abrasiven Gesteine wie Granit oder Basalt. Im Prallbrecher treffen die Schlagleisten des Rotors das Material und schleudern es gegen die Prallplatten; Beton bricht dabei entlang der schwachen Zonen zwischen Zementstein und Gesteinskörnung. Ergebnis: hohe Zerkleinerung in einer Stufe und kubische Kornform. Auch die Produktseiten von General Makina nennen Beton-/Asphaltrecycling ausdrücklich als Einsatzgebiet der Prallmaschinen: Beim raupenmobilen Prallbrecher GM 100 zählt Beton-/Asphaltrecycling zu den Einsatzbereichen, und die Sekundär-Prallbrecher der Serie GNR DMK führen Asphalt-/Bauschuttrecycling unter den geeigneten Materialien.

Der zweite Grund ist die flexible Wahl der Verschleißteile. Laut den Produktseiten der Prallbrecher werden für saubere, abrasive Aufgabe Hochchrom-Schlagleisten empfohlen, für Bauschutt mit Fremdeisenrisiko dagegen zähe Mangan- oder martensitische Leisten. Ein übersehenes Stahlstück im Abbruchbeton kann eine spröde Hochchromleiste brechen; deshalb sollte der Inhalt der Aufgabe die Legierung bestimmen. Beim Asphalt ist das Stahlrisiko gering, hier entscheidet vor allem die Standzeit.
Wann der Backenbrecher vorne liegt
Bei stark bewehrten, übergroßen Abbruchblöcken ist der Prallbrecher nicht immer erste Wahl. Der nach dem Druckprinzip arbeitende Backenbrecher verträgt große, stahlhaltige Stücke besser und zerkleinert die Aufgabe als erste Stufe. Auch beim raupenmobilen Backenbrecher GM 90JP ist Beton-/Asphaltrecycling als Einsatzgebiet genannt; er nimmt Aufgabe bis 700 mm an, sein Backenbrecher GNR 90 hat 95 kW. Für solche Aufträge passt Backenbrecher als Vorbrecher und Prallbrecher als Nachbrecher; bei saubererem, kleinstückigem Abbruch reicht eine einzelne Prallmaschine mit weniger Gerät. Allgemeine Auswahlkriterien finden Sie in unserem Beitrag Prallbrecher oder Backenbrecher; hier geht es nur um Recyclingmaterial.
Wo die Bewehrung in der Linie abgetrennt wird
Die Stahlabtrennung wird nicht an einer Stelle gelöst, sondern in drei Schritten.
Vor dem Brecher: Auf der Abbruchstelle kappen Hydraulikhammer und Schere am Bagger herausragende lange Stäbe und bringen Betonstücke auf eine Größe, die durch die Aufgabeöffnung passt. Jeder lange Stab im Trichter ist ein Risiko für Brückenbildung und Bandschäden.
Im Brecher: Der Prallbrecher schlägt den Beton vom Stahl ab. Danach ist die Bewehrung weitgehend frei und läuft als Einzelteil auf dem Band. Ausreichend Platz und guter Zugang unter dem Brecheraustragsband sind daher wichtig, um verklemmten Stahl sicher zu entfernen.
Nach dem Brecher: Freigelegter Stahl wird von einem Überbandmagneten über dem Band aufgenommen. Auch die Seite zur Betonrecyclinganlage (Bauschutt) von General Makina nennt einen in die Linie integrierten Magnetabscheider zur Bewehrungsabtrennung. Für Kupferkabel, Kunststoff und Holz, die der Magnet nicht erfasst, verbessert eine Handlesestelle am Band die Sauberkeit des Produkts deutlich.
Vorabsiebung und Abtrennung der Feinanteile
Boden und Feinanteile, die mit dem Abbruchbeton in den Brecher gelangen, schaden doppelt: Sie kosten Energie und Verschleiß im Brecher und verunreinigen das Endprodukt. Deshalb ist die Rost-Vorabsiebung der lohnendste Teil einer Recyclinglinie.

- GM 100: Auf den Schwingaufgeber 900×2400 mm folgt ein Vorsieb-Grizzly 1000×1500; das gebrochene Material wird im geschlossenen Kreislauf auf einer Dreideck-Raupensiebmaschine 1500×5500 mm klassiert. Das integrierte Sieb erlaubt Fraktionen vor Ort ohne zusätzliche Siebanlage.
- GM 125: Aufgeber 1100×2600 mm und Rost 1360×2160 bieten eine größere Vorsiebfläche; das Bypass-Förderband 600×5000 mm haldet den Rostdurchgang getrennt, ohne ihn durch den Brecher zu schicken. Bei gemischtem Abbruch hält dieser Bypass bodenreiche Feinanteile vom Produkt fern.
- Mobiler Prallbrecher mit Vorsieb (DMK): für die zweite Stufe ausgelegt; nimmt 0-100 mm auf, leitet fertige Feinanteile am Vorsieb am Brecher vorbei und liefert 0-30 mm Endprodukt. Der Durchsatzbereich liegt bei 40-300 t/h. Wird nach dem Vorbrechen feinerer, kubischer Recyclingsplitt benötigt, finden Sie Details auf der Seite mobiler Prallbrecher mit Vorsieb.
Bei nassen, lehmigen oder organikhaltigen Halden kann der Siebbelag eines Schwingsiebs verstopfen. Dann sollte eine verstopfungsunempfindlichere Lösung wie ein Trommelsieb oder die Aufbereitung in einer trockenen Periode erwogen werden.
Asphalt brechen: Temperatur, Anbackungen und Überbrechen
Das Verhalten von Asphalt bestimmt das Bitumen. Auf Halden, die bei Hitze in der Sonne liegen, wird Bitumen weich; das Material schmiert an Trichterwänden, Prallplatten und Bandabstreifern. Diese Anbackungen senken den Durchsatz und erzwingen häufige Reinigungsstopps. In der Praxis wird Asphalt in die kühleren Tagesstunden verlegt, Halden werden möglichst beschattet oder abgedeckt, und Fräsguthalden, die durch ihr Eigengewicht wieder verbacken sind, werden vor der Aufgabe mit dem Radlader aufgelockert.
Zweites Thema ist das Überbrechen. Beim Asphalt soll das bitumenumhüllte Korn möglichst erhalten bleiben. Sind Rotordrehzahl und Brechspalt zu aggressiv eingestellt, bricht das Korn, unumhüllte Flächen entstehen, und der Feinanteil steigt. Die Einstellung für Asphalt unterscheidet sich daher von Beton; bei Fräsgut genügt oft ein leichtes Brechen, das nur Klumpen löst, plus genaue Siebung.
Auch Sauberkeit zählt: eingemischtes Tragschichtmaterial oder Boden mindert den Wiederverwendungswert von Ausbauasphalt. Wer Deckschicht und untere Schichten beim Ausbau getrennt lädt, vermeidet ein Problem, das der Brecher nicht lösen kann.
Modellzuordnung und Baustellenrandbedingungen
Die folgende Tabelle zeigt anhand der technischen Werte der Produktseiten, welche Maschine welche Rolle im Recyclingablauf übernimmt. Die Durchsätze sind materialabhängige Bereiche; bei Recyclingmaterial ergibt sich die tatsächliche Tonnage vor Ort je nach Stahl- und Feinanteil.
| Modell | Brechertyp | Durchsatz | Max. Aufgabe | Brecherleistung | Generator / Leistung | Rolle im Recycling |
|---|---|---|---|---|---|---|
| GM 90JP | Backenbrecher (GNR 90) | 70-180 t/h | 700 mm | 95 kW | 250 kVA | Erste Stufe für stark bewehrte, übergroße Abbruchblöcke |
| GM 100 | Prallbrecher (GNR-01) | 100-180 t/h | 600 mm | 160 kW | 450 kVA | Brechen plus Dreideck-Siebung in einer Maschine für Beton/Asphalt |
| GM 125 | Prallbrecher (GNR PDK02) | 150-250 t/h | 700 mm | 200 kW | 550 kVA | Hohe Tonnage auf großen Recyclingplätzen, Feinanteil über Bypass |
| Mobiler Prallbrecher mit Vorsieb (DMK) | Sekundär-Prallbrecher | 40-300 t/h | 0-100 mm | — | — | 0-30 mm kubisches Produkt in der zweiten Stufe |
Staub, Lärm und enge Baustellen
Auf innerstädtischen Abbruchstellen arbeitet der Brecher oft nah an Gebäuden, Straßen und Nachbargrundstücken. Wasserbedüsung wird an Aufgabestelle, Brecheraustrag und Bandabwürfen geplant; zu viel Wasser lässt Feinanteile jedoch verschlammen und das Sieb verstopfen. Die Seite zur Betonrecyclinganlage erwähnt ebenfalls Luft-/Wasser-Reinigungsoptionen für Staub und Leichtstoffe. Halden nach der Windrichtung ausrichten und Bandabwurfhöhen reduzieren senkt den Staub ohne zusätzliche Ausrüstung.
Bei wenig Platz zeigt sich der Vorteil der Raupenmaschine: Die GM-Serie ist selbstfahrend, braucht weder Betonfundament noch Bodenvorbereitung und kann mit dem Abbruchfortschritt näher an die Halde fahren, was die Ladewege verkürzt. Energieseitig ist die Generatorleistung (450 kVA beim GM 100, 550 kVA beim GM 125) bei Kraftstofflogistik und Nachtarbeitsbeschränkungen einzuplanen.
Wo Recycling-Gesteinskörnung eingesetzt wird
Der Wert von gebrochenem Beton und Asphalt hängt davon ab, dass sein Ziel von Anfang an feststeht. Üblicherweise geht Recyclingmaterial aus Abbruchbeton in Auffüllungen, Frostschutz- und Tragschichten, Baustraßen, Drainagen und Verfüllungen. Asphaltfräsgut kann nach sauberer Siebung und Klassierung wieder Asphaltmischgut zugegeben oder für befestigte und temporäre Baustraßen genutzt werden. Welche Verwendung zulässig ist, hängt von der Ausschreibung und den jeweiligen nationalen Vorschriften ab; Körnung und Sauberkeit sollten daher vor der Bestellung mit dem Auftraggeber abgestimmt werden.
Der Fraktionsplan folgt dem Einsatzzweck: Für Auffüllungen kann ein einziges Gemisch genügen, für Tragschichten ist eine kontrolliertere Sieblinie nötig. Ein Dreidecksieb liefert mehrere Produkte in einem Durchgang; getrennt gelagerte Feinanteile halten das Grobprodukt sauber. Eine komplette Brech- und Siebanlage wird nach der Maschinensatz-Logik der Recyclingseite zusammengestellt.
Baustellendaten vor der Angebotsanfrage
- Abfallart und Anteil: Abbruchbeton, Asphaltschollen, Fräsgut oder gemischt.
- Größte Stückgröße und ob Vorzerkleinerung/Schere vor Ort verfügbar ist.
- Bewehrungsdichte: leichte Mattendecken oder stark bewehrte Stützen und Träger.
- Anteil an Boden, Ziegel, Holz und Kunststoff; Feuchte und Lehmanteil.
- Zielprodukte und Verwendung: Auffüllung, Tragschicht oder neues Asphaltmischgut.
- Tägliche Zieltonnage und Arbeitszeiten, Tag-/Nachtbeschränkungen.
- Platzangebot, Abstand zu Nachbargebäuden, Staub- und Lärmauflagen.
- Netzanschluss vorhanden oder Generatorbetrieb.
Häufig gestellte Fragen
Kann Stahlbeton direkt in den Prallbrecher?
Ja, aber herausragende lange Bewehrung sollte vorher gekappt werden. Beim Brechen löst sich der Beton vom Stahl; der freie Stahl wird nach dem Brecher per Magnetabscheider aufgenommen. Gegen Fremdeisen werden zähe Mangan- oder martensitische Schlagleisten bevorzugt.
Lassen sich Asphalt und Beton mit derselben Maschine brechen?
Ja. Die Produktseite des GM 100 nennt Beton-/Asphaltrecycling als Einsatzgebiet. Beide Materialien sollten dennoch getrennt gelagert, in getrennten Chargen verarbeitet und für Asphalt so eingestellt werden, dass Überbrechen vermieden wird.
Ist eine separate Siebanlage nötig?
Der GM 100 arbeitet mit integrierter Dreideck-Raupensiebmaschine 1500×5500 mm im geschlossenen Kreislauf, daher ist bei vielen Aufträgen kein Zusatzsieb nötig. Beim GM 125 werden Feinanteile über das Bypassband abgetrennt; sind mehrere Fraktionen gefragt, wird ein separates Sieb in der Linie eingeplant.
Wie erhalte ich Preis- und Lieferinformationen?
Der Preis hängt von Modell, Vorsieb- und Siebausstattung, Magnetabscheider, Staubbindungsoptionen und Legierung der Verschleißteile ab. Mit den Angaben aus der Checkliste oben wird ein Angebot für genau diese Konfiguration erstellt.
Fazit: Erfolg im Recycling hängt weniger von der Brecherleistung ab als von der Aufbereitung der Aufgabe, dem Abtrennen des Stahls an der richtigen Stelle und dem Absieben der Feinanteile vor dem Brecher. Raupenmobile Prallbrecher liefern aus Beton und Asphalt kubisches Korn in einer Stufe; bei stark bewehrtem, übergroßem Abbruch entlastet ein Backenbrecher als erste Stufe die Linie. Mit über 50 Jahren Erfahrung und 1 Jahr Garantie auf seine Maschinen plant General Makina die Linie gemeinsam mit Ihnen passend zur Abfallzusammensetzung. Senden Sie Ihre Baustellendaten über unsere Kontaktseite und fordern Sie ein Angebot an.
Definitionen technischer Begriffe: Glossar




