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Auslastungsgrad Brechanlage berechnen

17. August 2026
Auslastungsgrad Brechanlage berechnen: Schritt für Schritt

Auslastungsgrad Brechanlage berechnen heißt zuerst Zeit sauber trennen

Die im Datenblatt genannte Stundenleistung beschreibt, was eine Maschine bei korrekter Aufgabe, passendem Material und ununterbrochenem Lauf leisten kann. Was am Monatsende über die Brückenwaage geht, ist eine andere Zahl. Wer den Auslastungsgrad Brechanlage berechnen will, muss deshalb die Zeit in Ebenen zerlegen, jede verlorene Stunde einer benannten Ursache zuordnen und anschließend mit Wiegedaten prüfen, wie viel Material in der verbliebenen Zeit tatsächlich durchgelaufen ist. Über die Nennleistung zu streiten bringt nichts; den Eigentümer der verlorenen Stunde zu finden, ist der Kern jeder Anlageneffizienz.

Vier Zeitebenen, vier verschiedene Fragen

Die meisten Auslastungsdiskussionen sind in Wahrheit Definitionsdiskussionen. Legen Sie zuerst den Nenner fest und führen Sie jede Ebene als eigene Zeile im Schichtprotokoll.

EbeneInhaltBeispielmonat (Stunden)
Kalenderzeit30 Tage × 24 Stunden, ohne jeden Abzug720
Geplante Produktionszeit26 Arbeitstage × 2 Schichten × 8 Stunden, geplante Wartung abgezogen416
LaufzeitStörungen, Verstopfungen, Aufgabelücken und Stromausfälle abgezogen353
Effektive ProduktionszeitMotor läuft und die Aufgabeöffnung ist wirklich gefüllt318

Gemessen an der Kalenderzeit liegt diese Anlage bei 49 Prozent, gemessen an der Planzeit bei einer Verfügbarkeit von 84,9 Prozent. Beide Werte stimmen und beantworten verschiedene Fragen: der erste zeigt dem Eigentümer, wie viel Kapital ruht, der zweite zeigt dem Schichtleiter, wo innerhalb des Fensters Zeit versickert.

Drei Faktoren getrennt messen

Eine einzige Mischprozentzahl verdeckt, welcher Bereich tatsächlich klemmt. Verfügbarkeit, Leistung und Qualität werden einzeln berechnet und erst am Ende multipliziert.

FaktorFormelRechenbeispielErgebnis
VerfügbarkeitLaufzeit ÷ geplante Produktionszeit353 ÷ 41684,9 %
LeistungIsttonnage ÷ (Nennleistung × Laufzeit)27.400 ÷ (100 × 353)77,6 %
QualitätVerkaufsfähige Tonnage ÷ Gesamttonnage26.300 ÷ 27.40096,0 %
GesamteffektivitätProdukt der drei Faktoren0,849 × 0,776 × 0,96063,2 %

Ein schwacher Leistungsfaktor zeigt meist auf den Transport, nicht auf den Brecher: ein Aufgeber, der auf Lkw wartet, ist eine Linie, deren Motoren drehen, ohne zu zerkleinern. Ein schwacher Qualitätsfaktor verweist auf Siebbeläge, auf das eingestellte Spaltmaß oder auf eine Halde, die aus der Sieblinie gelaufen ist.

Von der Nennleistung zur Schichtmenge

Dieselbe Effektivitätszahl bedeutet je nach Maschinengröße sehr unterschiedliche Tonnagen. Die Tabelle nimmt jeweils die untere Grenze der veröffentlichten Kapazitätsspanne und rechnet 63 Prozent Gesamteffektivität auf einen Sechzehn-Stunden-Tag mit zwei Schichten.

ModellNennleistungMax. Aufgabegröße16-Stunden-Tag bei 63 % (ca.)
General 64040-70 t/h500 mm400 t
General 80080-120 t/h600 mm810 t
General 950120-180 t/h800 mm1.210 t
GNR-MC110200-300 t/h900 mm2.020 t

Eine Anlage nach dieser Spalte auszulegen ist belastbarer als nach der Prospektüberschrift; die ausführliche Kapazitätswahl führt dieselbe Rechnung modellweise fort.

Jede verlorene Stunde bekommt einen Code

Ein nicht codierter Stillstand wird am Monatsende zur Diskussion. Acht bis zehn Codes reichen; entscheidend ist, dass jeder Stillstand genau einem Code zugeordnet und in Minuten erfasst wird.

CodeTypischer FallGesenkter Faktor
Mechanischer AusfallRiemenriss, LagerwechselVerfügbarkeit
VerstopfungBrückenbildung im Brechmaul, volle SchurreVerfügbarkeit
AufgabelückeVerspätete Lkw, Sprengung im BruchLeistung
Einstellung und ProbenahmeSiebbelagwechsel, KornprobeLeistung
Material außerhalb der SpezifikationVerunreinigte Fraktion, Halde außerhalb der SieblinieQualität

Ohne Messtechnik keine Rechnung

Drei Datenquellen genügen: Brückenwaage für Tonnen, Betriebsstundenzähler für Zeit, Schichtprotokoll für Ursachen. Fehlt die Waage, sind Bandwaage oder diszipliniertes Zählen der Lkw ein Anfang, doch die Fehlerbreite geschätzter Tonnagen ist für Investitionsentscheidungen zu groß. Tägliche Eingabe schlägt jede Monatsrekonstruktion, weil die Ursache eines Stillstands binnen einer Woche aus dem Gedächtnis verschwindet.

Zusammen gelesen zeigen die drei Quellen Muster, die im Tagesgeschäft untergehen: Stillstände häufen sich am Schichtanfang beim Kaltstart und in der letzten Stunde, wenn der Fuhrpark bereits abgezogen ist. Über den Monat kosten diese Minuten mehr Stunden als ein spektakulärer Lagerschaden, tauchen aber in keiner Reparaturrechnung auf.

Häufige Fragen

Kalenderzeit oder Planzeit als Bezug?

Geht es um die Rendite der Investition, ist die Kalenderzeit der Bezug; geht es um die Schichtführung, die Planzeit. Am besten stehen beide Werte nebeneinander im selben Bericht.

Welches Ende der Nennspanne ist realistisch?

Hartes, abrasives Material liegt am unteren Ende, weiches und trockenes näher am oberen. Im Zweifel mit dem unteren Wert rechnen: Mehrmenge schafft kein Problem, Mindermenge schafft einen Vertragsstreit.

Welcher Gesamtwert ist gut?

Eine allgemeingültige Schwelle lässt sich seriös nicht nennen. Aussagekräftig ist der Verlauf der eigenen Anlage über drei Monate bei vergleichbarem Material.

Reduzieren Sie Ihr Schichtprotokoll diese Woche auf drei Spalten: Laufminuten, Stillstandscode, gewogene Tonnen. Nach vier Wochen zeigt die Aufzeichnung ohne Diskussion, welcher Faktor bremst; unser Team überträgt diese Auswertung anschließend modellgenau auf Ihre Linie.

Definitionen technischer Begriffe: Glossar

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